Glossar · Aktualisiert am 26. Juli 2026
Was ist der IV-Grad und wie wird er berechnet?
Kurze Antwort: Der IV-Grad zeigt in Prozent, wie stark Sie durch eine Krankheit, einen Unfall oder eine Behinderung in Ihrer Erwerbsfähigkeit oder Haushaltsführung eingeschränkt sind. Er ist die zentrale Grösse, die über Ihren Anspruch auf eine IV-Rente entscheidet.
Drei Berechnungsmethoden
- Einkommensvergleich: Für Erwerbstätige. Verglichen wird das Einkommen, das Sie ohne Behinderung erzielen könnten (Valideneinkommen), mit dem Einkommen, das Sie trotz Behinderung noch erzielen können (Invalideneinkommen).
- Haushaltmethode (Betätigungsvergleich): Für Personen ohne Erwerbstätigkeit, die im Haushalt oder Aufgabenbereich tätig sind. Eine Haushaltsabklärung vor Ort stellt fest, welche Arbeiten noch möglich sind und wo Hilfe nötig ist.
- Gemischte Methode: Für Personen, die teilweise erwerbstätig und teilweise im Haushalt tätig sind (oder es ohne Behinderung wären). Zuerst wird der Anteil Erwerb/Haushalt festgelegt (Statusfrage), danach der IV-Grad in beiden Bereichen einzeln berechnet und gewichtet zusammengezählt.
Ab wann gibt es eine Rente?
| Ab 40 % | Teilrente (stufenlos berechnet) |
|---|---|
| Ab 70 % | Ganze Rente |
| Unter 40 % | Keine IV-Rente, aber allenfalls andere Leistungen (z. B. Hilflosenentschädigung) |
| System | Seit 2022 stufenlos: Zwischen 40 % und 69 % wird der Rentenanteil in Ein-Prozent-Schritten berechnet, nicht mehr in festen Viertels-/Halbes-/Dreiviertels-Stufen |
Warum die Statusfrage so wichtig ist
Bei der gemischten Methode entscheidet die sogenannte Statusfrage – also der angenommene Anteil an Erwerbstätigkeit und Haushaltsführung ohne Behinderung – oft massgeblich über die Höhe des IV-Grads. Deshalb verschickt die IV-Stelle den Fragebogen «Rentenabklärung betreffend Erwerbstätigkeit/Haushalt» bei Neuanmeldungen und bei Revisionen. Eine falsch eingeschätzte Statusfrage kann Ihren Anspruch spürbar verändern.
Verwandte Begriffe
IV-Rente · Verfügung & Einsprache · Rentenrevision